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Momentan haben es Anbieter von Gasheizungen schwer, ihre Produkte an den Mann zu bringen. Aufgrund der aktuell niedrigen Brennstoffpreise planen immer mehr Hausbesitzer, sich eine Ölheizung zuzulegen oder ihre alte Anlage zu erneuern. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie legt dar, dass seit den letzten Monaten die Verkaufszahlen für Ölheizungen um 30 % gestiegen sind. Wärmepumpen und Biomassekessel waren weitaus weniger beliebt. Viele Hersteller sprechen von einem Boom, wobei die niedrigen und weiterhin fallenden Ölpreise Grund hierfür sind. Leider schwächeln dadurch aber die erneuerbaren Energien.

Andreas Lücke, Geschäftsführer der Deutschen Presse-Agentur, korrigiert diese Aussage ein wenig. Auch wenn von einem Boom die Rede ist, hängt die Steigerung der Heizölkessel-Bestellung auch damit zusammen, dass viele alte Anlagen in die Jahre gekommen sind und nunmehr ehedem ausgewechselt werden müssen. Er verkennt aber auch den derzeit niedrigen Ölpreis nicht.

Bereits vor einigen Jahren war ein stetiger Rückgang beim Verkauf von Ölkesseln festgestellt worden. Von einem Anteil von einem Viertel vor rund 10 Jahren schrumpfte der Marktanteil Anfang des letzten Jahres auf knapp Zehntel. Unabhängig davon gehören Gas-Heizungen nach wie vor zu den wichtigsten Wärmeerzeugern. Dies belegt auch, dass 2015 knapp 390.000 Gas-Heizungen verkauft wurden. Die Öl-Heizkessel erreichten hier nur 62.000 Stück. Verlierer sind Biomasse-Anlagen, die Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzel als Brennstoff benötigen. Diese haben ein Minus von rund 18 % gemacht. Aber auch Wärmepumpen, die aus Erde, Grundwasser und Luft Wärmeenergie erzeugen, verloren im letzten Jahr durchschnittlich 4 %.

Die Umweltschützer beobachten den momentanen Öl-Heizungs-Boom mit Sorge. Auch wenn moderne Ölheizungen immer effizienter werden und einen hohen Wirkungsgrad erreichen, werden dadurch die erneuerbaren Energien benachteiligt. Caroline Gebauer, Energieeffizienz-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz betont, dass wir mehr erneuerbare Energien benötigen. Wenn die Hausbesitzer nunmehr viele neue Ölheizungen in ihre Häuser installieren, sind diese Verbraucher für wenigstens 30 kommende Jahre für erneuerbare Energien verloren. Sie ist der Meinung, dass der niedrige Ölpreis nicht lange anhält.

Die Heizungs-Wirtschaft sieht nicht unbedingt einen Zusammenhang mit steigenden Verkaufszahlen von Öl-Heizungen. In Neubauten werden vielfach Wärmepumpen eingebaut, obwohl diese einen sehr hohen Stromverbrauch aufweisen. Neue Ölheizungen werden dagegen vornehmlich in Bestands-Objekten eingebaut.