Für wen ist Heizen mit Scheitholz sinnvoll

Holzöfen sind ökologisch und ökonomisch eine gute Wahl

Viele Hausbesitzer denken über die Anschaffung eines Kaminofens für Scheitholz nach. Aber sie zögern, denn heizen mit Holz gilt als kraftaufwendig und staubig. Wer sich genauer mit der Materie befasst, erkennt rasch, dass die Nachteile des Heizens mit Holz übertrieben sind.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Um es gleich zu sagen, nicht für jeden ist Holz die beste Lösung. Aber das heißt nicht, dass ein Kaminofen sich generell nicht lohnt. Auf einer einsamen Hallig macht das Nutzen von Wind- und Solarenergie mehr Sinn, auch Biogas aus den Fäkalien des Viehs ist ein besserer Brennstoff. Umgekehrt macht der Betrieb eines Gezeitenkraftwerks auf einer Alm keinen Sinn. Es kommt immer darauf an, wer wo eine Energiequelle nutzen will.

Um solche Besonderheiten soll es aber nie gehen, wenn der Sinn oder Unsinn einer Heizmethode beurteilt wird. Ganz allgemein gilt für das Heizen mit Holz:

Vorteil

Nachteil

Holz ist günstig. Das Vorbereiten für den Kamin ist harte und schwere Arbeit.
Es handelt sich um einen nachwachsenden Rohstoff. Das Entsorgen der Asche ist anstrengend und verursacht schmutz
Das Verbrennen erzeugt nur so viel CO2, wie beim Wachstum des Holzes verbraucht wurde. Holz zu lagern beansprucht Platz.
Öfen heizen zu einem großen Teil über Strahlungswärme, diese ist angenehm für das Raumklima.  

Heizen mit Holz macht unabhängig von Energieversorgern

 

Wer diese Aufstellung nicht hinterfragt kommt zu dem schnellen aber falschen Schluss, dass Heizen mit Holz nur für starke junge Menschen in ländlichen Regionen möglich ist. Man befürchtet, dass es in Städten an Platz fehlt, Holz zu lagern und im Falle eines Gebrechens nicht die nötige Kraft zum Holzhacken zur Verfügung steht.

An diesen Argumenten ist durchaus etwas dran. Es macht sicher keinen Sinn in einer Großstadt ein Hochhaus mit Scheitholz zu heizen und eine 80 jährige Frau wird sicher mit dem Bestücken eines Kaminofens mit Holzscheiten an die Grenze ihrer Kraft kommen. Trotzdem sollte sich niemand davon ausgehen, dass Heizen mit Holz so schwierig ist wie befürchtet.

Komfortzuwachs durch Verzicht auf Ökonomie

Das günstigste Holz liegt im Wald auf den Holzplätzen. Wer damit heizen will, muss in der Tat viel auf sich nehmen. Der Spruch, das Holz zweimal wärmt darf in diesem Fall getrost auf fünf- bis sechsmal erweitert werden. Jedem wird es warm werden, wenn er auf dem Holzplatz die Stämme mit einer Handsäge auf das passende Maß schneidet und anschließend mit der Axt zerteilt. Das Aufladen auf ein Fahrzeug und das Ausladen erfordern ebenfalls viel Kraft und Schweiß.

Aber viele machen es sich schwerer als nötig. Mit einer Kettensäge oder noch besser einer Wippsäge, ist das zerschneiden weniger anstrengend. Holz hacken mit einer Axt ist nicht einfach. Diese Kunst beherrschen wenige. Dafür gibt es Holzspalter, die auch ungeübte Männer und Frauen bedienen können. Ehrlich, im Fitnessstudio setzen viele Menschen mehr Kraft ein und bezahlen für das Training sogar Geld.

Die Wippsägen und Holzspalter kosten Geld. Die Kosten für die Geräte muss man logischerweise auf die Heizkosten anrechnen. Wer sich für diesen Weg entscheidet, verzichtet auf Ökonomie und gewinnt an Komfort. Das Heizen mit Holz wird weniger kräftezehrend.

Wem auch dieser Aufwand zu hoch ist, wendet sich an einen Holzhändler und bestellt das Holz ofenfertig zugeschnitten. Der Service ist nicht kostenlos, aber dafür wird das Heizen kaum anstrengender als der Transport einiger Flaschen Bier aus dem Keller in die Wohnung.

Der Punkt, dass heizen mit Holz zu anstrengend ist, hält einer Überprüfung nicht stand. Das Beste ist, dass jeder zu jedem Zeitpunkt entscheiden kann, wie viel Arbeit- und Kraftaufwand er für das Brennholz aufwenden will. Die meisten Ofenbesitzer verwenden zum Teil Holz, das sie selber vorbereiten, und kaufen je nach Situation ofenfertiges Holz dazu.

Holz verbrennt sauber

Die Vorstellung Berge von Asche entsorgen zu müssen ist oft von Erlebnissen mit Kohleöfen geprägt. Generell verbrennt Holz sauberer und es bleibt weniger Schlacke und Asche zurück. Einige Holzöfen sind sogar in der Lage Holz fast rückstandsfrei zu verbrennen. Wer Angst vor zu viel Asche hat, sollte sich schon vor dem Kauf erkundigen, wie gut der Ofen Holz verbrennen kann.

Anders als in den 1950ern, als Asche mit kleinen Schaufeln, viel Fluchen und noch mehr Staub, aus den Öfen geholt wurde, gibt es heute Aschesauger. Mit diesen verschwindet die Asche in einem dichten Behälter. Wer mit diesen Saugern Asche in der Wohnung verteilt, hat das Prinzip nicht verstanden. Man geht mit dem geschlossenen Behälter zur Restmülltonne und öffnet ihn erst dort. Natürlich muss die Asche zunächst einen Tag im Sauger bleiben, damit eventuell vorhandene Glut erstickt.

Holzasche ist kein Sondermüll, gehört aber weder in die Wertstofftonne noch in den Garten. Die Zusammensetzung der Asche taugt nicht als Dünger und Wertstoffe sind auch keine darin.

Raum ist in der kleinsten Hütte

Zugegeben, Holz benötigt einen Lagerplatz. Aber das gilt für Kohle und Öl auch. Anders als diese Brennstoffe lässt sich Holz auch im Freien lagern, sofern es vor Regen geschützt ist. Zumindest in einem Einfamilienhaus mit Garten wird es immer einen Lagerplatz für Kaminholz geben.

Niemand muss den Vorrat für einen ganzen Winter einlagern. Wenn absolut kein Platz vorhanden ist, besteht die Möglichkeit sich das Holz in Monatsrationen vom Händler zu holen oder liefern zu lassen. Manche Baumärkte und Supermärkte halten handliche Packs oder Holzbriketts vorrätig. So kann sich der Ofenbesitzer im Rahmen des wöchentlichen Einkaufs mit kleinen Holzrationen eindecken.

Zugegeben, das Heizen mit Holz, das in kleinen Mengen ins Haus kommt, ist nicht viel günstiger als andere Heizungsarten. Es bleiben aber die ökologischen Vorteile und die unvergleichliche Gemütlichkeit eines mit einem Holzofen beheizten Zimmers.

Wer kann mit Holz heizen

Wie aus den bisherigen Ausführungen hervorgeht, gibt es wenig Gründe auf einen Holzofen zu verzichten. Eigentlich sollte sich jeder zumindest über das zusätzliche Heizen mit Holz Gedanken machen, denn nur ein Kaminofen spendet Wärme, wenn der Strom mal längere Zeit ausfallen sollte.

Vor dem Kauf ist einiges zu prüfen und zu erledigen:

  • Mieter müssen sich mit dem Hausbesitzer einigen.

  • Mit dem Schornsteinfeger ist zu klären, ob an den vorhandenen Kamin ein Holzofen angeschlossen werden darf.

  • Eventuell mus das Bauamt dem Bau eines Wandkamins zustimmen.

Diese Hürden sind oft leichter zu nehmen, als viele denken. Bei einer Ölheizung ist beispielsweise fast immer erlaubt, einen Ofen zusätzlich am Kamin anzuschließen. Ein Wandkamin aus Edelstahl braucht oft nur einen kleinen Mauerdurchbruch und ist leicht zu montieren.

Holz ist sicher nicht der einzige Brennstoff für zukunftsorientiert und umweltbewusstes Heizen, es ist aber grundsätzlich einer der wichtigsten Energieträger der Zukunft. Nicht vergessen, Holz wächst nach, Kohle, Erdgas und Öl braucht Millionen von Jahren, um zu entstehen.

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