Erdwärmepumpe: Kosten, Bohrung und Effizienz

Die Erdwärmepumpe ist die effizienteste Wärmepumpen-Art — aber auch die aufwendigste: Sie braucht Bohrungen oder Flächenkollektoren im Garten. Was das kostet und wann es sich lohnt.
Was kostet eine Erdwärmepumpe insgesamt?
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe selbst kostet etwa 12.000 bis 18.000 Euro. Die Erschließung der Wärmequelle schlägt kräftig zu Buche: Erdsonden-Bohrungen kosten je nach Tiefe und Boden etwa 4.000 bis 12.000 Euro, Flächenkollektoren sind günstiger, brauchen aber viel Gartenfläche. Inklusive Einbau liegen die Gesamtkosten meist zwischen 30.000 und 45.000 Euro — vor Förderung.
Warum ist die Erdwärmepumpe so effizient?
Der Erdreichspeicher liefert ganzjährig Temperaturen um die 10 °C — auch im tiefsten Winter. Dadurch muss die Pumpe die Wärme weniger stark anheben als eine Luft-Wärmepumpe bei Frost. Jahresarbeitszahlen von 4 bis 5 sind realistisch, was die Stromkosten deutlich drückt. Zum Vergleich steht der Überblick zu den Wärmepumpen-Kosten.
Braucht die Bohrung eine Genehmigung?
Ja. Erdsonden-Bohrungen sind wasserrechtlich anzeige- beziehungsweise genehmigungspflichtig, weil sie in das Grundwasser eingreifen können. Zuständig ist die untere Wasserbehörde des Landkreises. In Wasserschutzgebieten sind Bohrungen teils untersagt. Das ausführende Bohrunternehmen kennt die regionalen Auflagen in der Regel genau.
Erdsonden oder Flächenkollektoren — was passt?
Erdsonden reichen bis zu 100 Meter in die Tiefe und brauchen kaum Fläche — ideal für kleine Grundstücke. Flächenkollektoren liegen in etwa 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe und erfordern grob das 1,5- bis 2-Fache der zu beheizenden Wohnfläche als Garten. Die Fläche darf danach nicht versiegelt oder mit tiefwurzelnden Bäumen bepflanzt werden.
Für wen lohnt sich die Erdwärmepumpe?
Besonders im Neubau und bei größeren Heizlasten spielt die hohe Effizienz ihre Stärken aus: Die Mehrkosten gegenüber der Luft-Wärmepumpe amortisieren sich über die niedrigeren Stromkosten. Auch wer Wert auf einen geräuscharmen Betrieb legt, profitiert — im Garten steht kein Lüfter. Im Bestand mit kleinem Garten ist die Luft-Wärmepumpe oft die pragmatischere Wahl.
Häufige Fragen
Wie tief wird für Erdsonden gebohrt?
Üblich sind 50 bis 100 Meter pro Sonde; bei größeren Heizlasten werden mehrere Sonden gesetzt.
Wie lange hält eine Erdsonde?
Erdsonden sind für eine Lebensdauer von 50 Jahren und mehr ausgelegt — sie überdauern die Wärmepumpe selbst deutlich.
Ist die Erdwärmepumpe im Winter zuverlässig?
Ja. Die konstante Erdreichtemperatur macht sie unabhängig von Frost — anders als Luft-Wärmepumpen, die bei Kälte mehr Strom benötigen.
Gibt es Förderung für die Bohrung?
Ja. Die Erschließung der Wärmequelle gehört zu den förderfähigen Kosten der BEG-Heizungsförderung.