Was ist ein Radiator? (Heizkörper)

Der Begriff wird oft als Synonym für Heizkörper verwendet. Dies ist aus technischer Sicht nicht korrekt. Das Wort Radiator hat seinen Ursprung im lateinischen Begriff „radiatus“, der strahlend bedeutet. Technisch korrekt sind alle Körper die Wärme überwiegend durch Wärmestrahlung abgeben Radiatoren.

Abgrenzung zu anderen Heizkörpern

Wärme breitet sich nach drei physikalischen Prinzipien aus:

  • Wärmeleitung (Konduktion): Ein warmes Molekül gibt die Wärme an ein benachbartes ab. Bei einer Heizung gibt das Wasser im Inneren des Heizkörpers Wärme an das Metall ab, dieses leitet die Hitze weiter nach außen.
  • Strömung (Konvektion): Ein warmes Medium bewegt sich von einem Ort zu einem anderen. Die am Heizkörper erwärmte Luft steigt auf und verteilt sich im Raum.
  • Strahlung: Der warme Körper sendet eine energetische Strahlung aus. Infrarotstrahler erwärmen ein Objekt in einiger Entfernung, die Luft bleibt zunächst kühl.

Nahezu alle Heizkörper verbreiten die Wärme über die drei genannten Arten. Ein Radiator ist durch seine Bauart dazu geeignet, die Hitze überwiegend durch Strahlung zu verteilen. Er hat in der Regel eine metallische Oberfläche und ist im Vergleich zu Umgebungstemperatur recht heiß. Je heißer der Radiator ist, umso größer ist die abgestrahlte Wärmemenge je Zeiteinheit und Fläche.

Die oft als Radiatoren bezeichneten Heizkörper von Warmwasserheizungen sind dies aus Sicht der Technik genauso wenig wie elektrische Öl-Radiatoren oder Öko-Radiatoren. Dies sind beheizte Körper mit Rippen, die bedingt durch die große Oberfläche viele Luftmoleküle erwärmen, also in erster Linie die Konduktion nutzen und die Konvektion, weil die warme Luft aufsteigt.

Konvektoren saugen oft zusätzlich über einen Ventilator Luft an die sie erwärmen. Diese Geräte nutzen überwiegend die Konvektion.

Echte Radiatoren sind Heizstrahler und die Flächen über die Infrarotdirektheizungen Räume erwärmen.

So erwärmen Radiatoren

Der Heizkörper wird in der Regel durch Gas oder Strom rasch stark erhitzt. Er beginnt sofort, Wärme abzustrahlen. Wer die Hand in einiger Entfernung vor den Radiator hält, spürt sofort Wärme. Dies ist ähnlich wie aus dem Schatten in die Sonne zu treten.

Die Wärmestrahlung erwärmt ihrerseits feste Körper, aber Gase nur in geringem Maße. Wände oder das Inventar des Raumes, dass angestrahlt wird, werden warm und senden ebenfalls Wärmestrahlen aus. Diese werden sogenannte Sekundärstrahler. Radiator- und Sekundärstrahler zusammen erwärmen auch die Luft durch Konduktion. Luftströmungen entstehen recht wenige, da die Luft an vielen Stellen im Raum erwärmt wird.

Typische Beispiele für Heizen mit Wärmestrahlung

Heizstrahler in Badezimmern, bestehend aus Heizelement und Reflektor erwärmen schnell Boden und Flächen. Dies ist ein Vorteil in wenig genutzten Räumen.

Im Rohbau kommen oft Infrarot-Heizkanonen zum Einsatz. Die extrem starken Heizstrahler erhitzen die Wände auf direktem Weg. Eine Verteilung durch Strömung ist nicht möglich, da der Bau noch nach allen Seiten offen ist.

In der Industrie heizen Deckenstrahlungsheizung die Bereiche über Werkbänken und Produktionsstraßen in großen Hallen auf. Die Halle selber bleibt kühl.

In gut isolierten Häusern kommen vermehrt Infrarotdirektheizungen zum Einsatz. Der Energiebedarf ist wegen der guten Dämmung gering, die Investitionskosten für die Heizung liegen deutlich unter denen einer herkömmlichen Heizung und in Verbindung mit Photovoltaik ist die Heizung auch nachhaltig,

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